Explosionsschutz | industrielle Teilereinigung

Explosionsschutz für Reinigungsanlagen projektspezifisch planen

Brennbare Reinigungsmedien und eingetragene Rückstände können besondere Anforderungen an die Teilereinigung stellen. k.systems stimmt Prozesskammer, Medienführung, Bedienung und Schutzmaßnahmen auf die konkrete Aufgabe ab. Die Bilder zeigen eine unserer projektspezifisch ausgeführten EX-Anlagen.

Frontansicht einer projektspezifisch ausgeführten Reinigungsanlage mit Ex-Kennzeichnung
Einblick in eine unserer projektspezifisch ausgeführten EX-Reinigungsanlagen.
Betreiberangaben zuerstStoffdaten, Betriebsweise und die Beurteilung von Prozessraum und Aufstellbereich bilden die Grundlage
Auslegung statt PauschalpaketGerätekategorie, Zündquellen und Schutzmaßnahmen werden projektspezifisch festgelegt
Sonderbau und AutomationProzess, Handling, Steuerung und Produktionsschnittstellen gemeinsam planen

Explosionsschutz beginnt vor der Anlagenwahl

Entscheidend ist nicht nur das Reinigungsmedium, sondern die gesamte bestimmungsgemäße Verwendung

Nicht nur das eingesetzte Medium ist relevant: Auch anhaftende Lösemittel, Öle oder andere brennbare Rückstände können in die Anlage gelangen. Deshalb werden Stoffeintrag, Temperatur, Freisetzung und Betriebszustände gemeinsam bewertet. Ein wässriger Reiniger allein schließt eine Explosionsgefährdung nicht aus.

01

Stoff und Prozess

Reinigungsmedium und eingetragene Rückstände erfassen. Gase, Dämpfe, Nebel und gegebenenfalls brennbare Stäube in der Bewertung berücksichtigen.

02

Zone und Aufstellung

Prozesskammer, Behälter und Medienkreisläufe sowie den Aufstellbereich getrennt betrachten und ihre Schnittstellen abstimmen.

03

Betriebszustände

Normalbetrieb, Beladung, Entleerung, Reinigung, Wartung, Störung und vorhersehbare Fehlanwendung berücksichtigen.

ATEX sauber einordnen

Geräteanforderungen und Betreiberpflichten greifen ineinander

Die beiden europäischen Regelungsbereiche verfolgen ein gemeinsames Schutzziel, adressieren aber unterschiedliche Verantwortlichkeiten.

Richtlinie 2014/34/EU

Die Richtlinie betrifft Geräte und Schutzsysteme, die für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen vorgesehen sind. Die konkrete Ausführung hängt unter anderem von vorgesehener Zone, Gerätegruppe und Kategorie ab.

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Richtlinie 1999/92/EG

Die Richtlinie regelt Mindestanforderungen zum Schutz Beschäftigter. Die Beurteilung des Explosionsrisikos, die Zoneneinteilung und das Explosionsschutzdokument liegen beim Betreiber beziehungsweise Arbeitgeber.

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Wichtig: Eine Ex-Kennzeichnung an einzelnen Komponenten ersetzt nicht die Bewertung der Gesamtanlage. Maßgebend sind die bestimmungsgemäße Verwendung, die jeweiligen Einsatzbedingungen und die erforderlichen Nachweise. Eine bestimmte Zone, Gerätekategorie oder Temperaturklasse lässt sich aus den Fotos nicht ableiten.

Von den Betreiberangaben zum Maschinenkonzept

Explosionsschutz wird in die Anlagenprojektierung integriert

Das Schutzkonzept folgt einer klaren Reihenfolge: Gefährliche explosionsfähige Gemische möglichst vermeiden, wirksame Zündquellen ausschließen und – soweit erforderlich – Explosionsauswirkungen begrenzen. Welche Maßnahmen dafür geeignet sind, ergibt sich aus der konkreten Gefährdungsbeurteilung und Anlagenbewertung.

01 KLÄREN

Randbedingungen

Medium, Zone, Aufstellort, Temperatur, Durchsatz und Betriebszustände dokumentieren.

02 BEWERTEN

Mögliche Zündquellen

Elektrische und mechanische Komponenten, heiße Oberflächen sowie elektrostatische Effekte einbeziehen.

03 AUSLEGEN

Schutzkonzept

Maßnahmen zur Gemisch- und Zündquellenvermeidung sowie erforderlichenfalls zur Auswirkungsbegrenzung festlegen.

04 DOKUMENTIEREN

Schnittstellen

Verantwortungsgrenzen, Betreiberangaben, Prüfungen und projektspezifische Nachweise festhalten.

Anlagenrückseite mit Abluftleitung, Behälter und Medienanschlüssen
Abluftführung und Medienanschlüsse der gezeigten Anlage.

Medienführung und technische Lüftung

Freisetzung vermeiden und Prozesszustände beherrschbar machen

Behälter, Leitungen, Pumpen und Dichtungen werden auf Medien, Temperaturen und Betriebszustände abgestimmt. Wo Stoffe freigesetzt werden können, müssen Erfassung, Abluftweg und die Schnittstelle zur bauseitigen Lüftung zusammenpassen. Auch Filterwechsel, Entleerung und Wartung gehören in diese Betrachtung.

  • Geschlossene Medienkreisläufe und geeignete Werkstoffe prüfen
  • Temperaturüberwachung und sichere Grenzwerte festlegen
  • Freisetzungsstellen, Absaugpunkte und Lüftungskonzept zusammen betrachten
  • Erdung, Potentialausgleich und elektrostatische Risiken berücksichtigen

Bedienung, Überwachung und sichere Zustände

Sicherheitsfunktionen mit Prozess und Materialfluss verbinden

Das geschlossene Bediengehäuse der gezeigten Anlage macht einen Teil der technischen Ausführung sichtbar. Entscheidend ist jedoch das Zusammenspiel: Erforderliche Überwachungen müssen Prozessfreigaben und Reaktionen bei Abweichungen zuverlässig auslösen. Öffnen, Stillsetzen und Wartung werden als eigene Betriebszustände berücksichtigt.

  • Tür- und Haubenüberwachung mit Prozessfreigaben verknüpfen
  • Erforderliche Lüftungs- und Temperaturüberwachung mit definierten Reaktionen verknüpfen
  • Handling und gegebenenfalls automatisierte Übergaben in das Sicherheitskonzept integrieren
  • Schnittstellen zu Hallenlüftung und übergeordneten Anlagenzuständen definieren
Geschlossenes Bediengehäuse mit Tastern, Not-Halt und Ex-Kennzeichnung
Bediengehäuse mit Ex-Kennzeichnung. Die Eignung des Gesamtsystems wird gesondert bewertet.
Prozesskammer mit seitlichem Bediengehäuse und angeschlossenen Medienleitungen
Prozesskammer, Bediengehäuse und Medienanschlüsse im Anlagenverbund.

Einblicke in die konkrete Ausführung

Prozessraum und Peripherie gemeinsam auslegen

Die Aufnahmen zeigen unterschiedliche Bereiche derselben Anlage. Sie verdeutlichen, wie eng Kammer, elektrische Ausrüstung, Leitungen und Aufstellumgebung zusammenhängen.

Für dein Projekt stimmen wir Reinigungsverfahren, Stoffverträglichkeit, Schutzmaßnahmen und Übergabepunkte aufeinander ab. Bestehende Ausführungen dienen dabei als Anschauung – die technische Eignung wird für jede Aufgabe neu geprüft.

Klare Verantwortungsgrenzen

Welche Angaben vom Betreiber kommen und was die Anlagenprojektierung daraus macht

Betreiberseitige Grundlage

  • Gefährdungsbeurteilung und Explosionsschutzdokument
  • Zoneneinteilung am vorgesehenen Aufstellort
  • Stoffdaten, Einsatzmengen und Betriebsbedingungen
  • Anforderungen an Hallenlüftung, Schnittstellen und Organisation
  • Organisation der erforderlichen Prüfungen vor Inbetriebnahme und im Betrieb

Projektbezogene Anlagenauslegung

  • Bestimmungsgemäße Verwendung und technische Grenzen
  • Bewertung der Gesamtanlage und Auswahl geeigneter Komponenten
  • Überwachungen, Verriegelungen und sichere Anlagenzustände
  • Abstimmung der Herstellerverantwortung, erforderlichen Konformitätsverfahren und Dokumentation
  • Definierte Übergabepunkte und Prüfanforderungen für das Projekt

Für eine belastbare Vorprüfung

Diese Informationen helfen beim Projektstart

Zone und Aufstellbereich

Zoneneinteilung, Raumkonzept, vorhandene Lüftung und angrenzende Bereiche.

Stoff- und Sicherheitsdaten

Sicherheitsdatenblätter von Medien und Rückständen, Einsatzmengen und relevante Brand- und Explosionskenngrößen.

Prozessparameter

Temperatur, Zeit, Druck, Badbewegung, Absaugung sowie Normal- und Sonderbetriebszustände.

Bauteil und Automatisierung

Werkstück, Beladung, Durchsatz, Handling, Takt und Schnittstellen zur Produktion.

Planst du eine Reinigungsanlage für einen Ex-Bereich?

Schick uns deine Stoffdaten, Angaben zu Bauteilen und Rückständen, die Betriebsbedingungen und vorhandene Unterlagen zum Aufstellbereich. Gemeinsam stimmen wir die nächsten Bewertungsschritte und eine passende Anlagenlösung ab.

Ex-Anforderungen besprechen